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Rees

"Bitte keine Kirche aufgeben"

 

zuletzt aktualisiert: 03.03.2011

 

Rees (RP) Die bevorstehende Fusion der Kirchengemeinden in Rees bewegt die Gläubigen. Sie hoffen vor allem, dass die Eigenarten und Angebote vor Ort erhalten bleiben und dass keine Kirchen geschlossen werden.


Auf die Katholiken im Stadtgebiet Rees kommen große Veränderungen zu. Spätestens 2015 wird aus den drei selbstständigen Gemeinden St. Irmgardis Rees, St. Georg Haldern und St. Quirinus Millingen eine Großgemeinde. Seit jetzt erstmals ein Datum offiziell vom Bistum bestätigt und damit die Fusion unausweichlich ist, wird in den Gemeinden darüber diskutiert. Die RP fing ein Stimmungsbild ein.

Johannes Werdelmann, St. Georg Haldern: "Wir werden keinen eigenen Pastor mehr haben und der Halderner Kirchenvorstand wird auch nicht mehr existieren. Die Situation wird dadurch nicht besser werden. Der Zusammenschluss ist aber auch nicht mehr aufzuhalten."

Hermann Diehl, St. Georg Haldern: "Mit der Umstellung hat die Mehrheit der Gemeinde bereits gerechnet. Schon vor einigen Jahren war abzusehen, dass eine Veränderung, aufgrund des Priestermangels stattfinden wird. Die Gemeinde wird sehr unpersönlich werden und einigen nicht gefallen."

Renate Belting, Mariä Himmelfahrt Rees: "Es wird schwer werden, eine so große Gemeinde von einem zentralen Punkt aus zu leiten. Das Pastoralteam braucht dann unbedingt Verstärkung. Ich finde die Entwicklung schade, denn ich befürchte, dass einiges verloren gehen wird. Sicher wird es nicht mehr in jeder Gemeinde einen Sonntagsgottesdienst geben. Ich hoffe, dass es zu keinen Kirchenschließungen kommt.

Denn jeder Ortsteil hat eine besondere Beziehung zu "seiner" Kirche. Im Sauerland habe ich gesehen, wie aus einer Kirche ein Restaurant geworden ist. Das ist eine traurige Entwicklung."

Maria Peters, St. Lambertus Haffen: "Es ist bedauerlich, dass es zu dieser Entwicklung gekommen ist. Aber das ist für mich auch eine Folge des gesellschaftlichen Wandels. Immer weniger Jugendliche besuchen noch die Gottesdienste, damit kommen auch keine Geistlichen mehr nach.

Es ist nachvollziehbar, dass das Bistum da reagieren muss. Wenn jetzt bei uns in Haffen bald nur noch alle zwei Wochen Sonntagsgottesdienst ist, können wir nach Mehr ausweichen. Aber das wird nicht jeder tun. Und gerade für ältere Leute waren die Gottesdienste in der Woche wichtig. Ich befürchte, dass diese Messen auf Dauer verloren gehen."

Marianne Diehl, St. Georg Haldern: "Der Zusammenschluss sollte nicht von Anfang an negativ gesehen werden, da sonst alles noch schlimmer werden könnte. Es ist wichtig, dass das Beste daraus gemacht wird, damit wir alle am Ende zufrieden sind."

Heidi Hüting, St. Quirinus Millingen: "Ich persönlich habe keine Angst vor den Veränderungen, die auf uns zukommen werden. Ich glaube aber, dass es für die Priester auf Dauer schwierig werden wird, mehrere Gemeinden zu betreuen. Das bedeutet sicher mehr Belastungen für die Geistlichen."

Irmgard Kujath, St. Vincentius Mehr: "Ich denke, dass die Fusion Chancen und Risiken zugleich beinhaltet. Die neue Pfarrei wird sehr groß werden, dadurch sehe ich die Gefahr, dass das Gemeindeleben in dem Großverband sehr anonym werden könnte. Chance ist, dass Themen im großen Kreis besprochen und diskutiert werden können.

Mehr Menschen bringen sich ein. Ich hoffe für uns in Mehr, dass ein Gottesdienst am Wochenende und das Pfarrheim erhalten bleiben. Denn im Pfarrheim finden viele Aktivitäten statt, die nicht wegfallen dürfen."

Agnes Schomaker, Mariä Himmelfahrt Rees: "Ich habe die Befürchtung, dass im Zuge der Fusion einiges in den Gemeinden verloren geht, was dort gewachsen ist. Auch kann es sein, dass dann bestimmte Angebote gestrichen werden."

 

 


 

"Datum steht fest"

zuletzt aktualisiert: 26.02.2011
Rees (RP) Wenn bereits feststeht, dass bis 2015 alle drei bis jetzt noch selbstständigen Pfarreien im Stadtgebiet Rees zu einer Gemeinde zusammengefasst werden, stellt sich die Frage, welches Mitspracherecht da noch die Gläubigen haben. Schließlich stellen die Gremien in den Gemeinden gerade ihre Wünsche für die Zukunft zusammen, um sie dem Bistum zuzuleiten. "Das ist auch so gewollt", erläutert Bistumssprecher Karl Hagemann. "Wir wissen, dass es sehr viel Sachverstand vor Ort in den Gemeinden gibt. Für gute Vorschläge aus den Pfarreien sind wir immer offen." Einen echten Stichtag für das Einreichen der Stellungnahmen gebe es nicht. "Es kommt da nicht auf einen Tag an, aber so Ende April sollten die Stellungnahmen vorliegen."
Hagemann macht aber gleichzeitig deutlich, dass an der Fusion bis 2015 nicht mehr gerüttelt werden kann. "Das Datum steht, denn wir diskutieren bereits seit 1999 im Bistum über das Thema. Da war der Bischof der Ansicht, dass wir zu einem Ende kommen müssen." Schließlich sei ja eine Strukturdebatte auch nicht die Hauptaufgabe der Kirche, sondern die Seelsorge.

 

 


Rees
Pfarrgemeinden: 2015 vereint


VON SEBASTIAN LATZEL - zuletzt aktualisiert: 26.02.2011


Rees (RP) Jetzt ist das Datum auch offiziell im Gespräch. Spätestens in vier Jahren soll aus St. Quirinus Millingen, St. Georg Haldern und St. Irmgardis Rees eine neue Reeser Riesengemeinde werden. Das wird viele Veränderungen mit sich bringen.

Auf die Kirchengemeinden in Rees kommen einschneidende Veränderungen zu. Bekanntlich hatten Weihbischof Wilfried Theising und Generalvikar Norbert Kleyboldt in Kevelaer das Konzept des Bistums für "pastorale Räume" vorgestellt. Für Rees hat dieses Konzept ganz konkrete Auswirkungen. Aus den derzeit noch drei selbstständigen Gemeinden St. Irmgardis Rees, St. Georg Haldern und St. Quirinus Millingen wird dann eine Großraumpfarrei gebildet. Bis 2015 soll die Umstrukturierung abgeschlossen sein. Damit liegt erstmals ein konkretes Datum für die Pfarreienfusion vor. Die neue Einheit würde dann aus rund 15 200 Katholiken bestehen.


Die Gemeinden sollen die Möglichkeit bekommen, Wünsche zu dem neuen Konzept abzugeben. "Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände beraten derzeit darüber, um ihre Wünsche zu formulieren", erläutert Dechant Michael Wolf. Bis Ende März haben die Gemeinden Zeit, dann müssen sie ihre Wünsche zum Bistum nach Münster schicken. Münster wird die Eingaben auswerten und mit in das Konzept einfließen lassen. Der neue Pastoralplan soll im Herbst in Kraft treten.


Pastor Wolf betont, dass es wichtig sei, dass die Gemeinden ihre Eigenarten bewahren. "Das ist uns in St. Irmgardis auch gelungen. Trotz der Großpfarrei hat sich in den fünf Pfarrbezirken viel erhalten." Das sei wichtig, um eine hohe Identifikation der Gläubigen mit "ihrer" Kirche zu erhalten. Der Weg hin zu einer Großpfarrei stand für Rees schon länger im Raum. Das Bistum Münster verliert pro Jahr 10 000 Gläubige. Grob geschätzt verschwindet damit eine ganze Pfarrei pro Jahr. Eine Entwicklung, die auch vor Rees nicht Halt macht. Allein Rees-Stadt hat im letzten Jahr 100 Gläubige verloren. Das liegt auch nicht an verstärkten Austritten, sondern am demografischen Wandel.


Eine Herausforderung wird die neue Situation vor allem für Millingen und Haldern werden. Die Bezirke in St. Irmgardis haben schon im Zuge der Fusion die Veränderungen im Gemeindeleben gespürt. So ist es längst nicht mehr alltäglich, dass jede Kirche einen Gottesdienst am Wochenende hat. Momentan wechseln sich beispielsweise Grietherbusch und Bienen ab. Ab Herbst wird dann getauscht. Dann wechseln Haffen und Bienen am Sonntag den Gottesdienst im Zwei-Wochen-Rhythmus. Das sind dann Auswirkungen einer Strukturreform, die vor Ort wirklich zu spüren sind.

 


 

Rees soll ein einziger pastoraler Raum werden
Rees, 03.02.2011, Maria Raudszus (NRZ)

Bisher schien alles klar: Dechant Michael Wolf betreut die Großgemeinde
St. Irmgardis Rees, in der sich fünf ehemals selbstständige Gemeinden zusammengeschlossen haben, und Marian Szalecki steht als Pfarrer sowohl
St. Quirinus Millingen als auch St. Georg Haldern vor.


Dass dieses Konstrukt so schnell ins Wanken geraten könnte, hat die Gläubigen in Rees sichtlich überrascht. Wie berichtet stellten Weihbischof Wilfried Theising, Generalvikar Norbert Kleyboldt und andere Kirchenvertreter jetzt den neuen Struktur- und Stellenplan für das Kreisdekanat Kleve vor.
Demnach soll es nur noch 19 pastorale Räume im Kreisdekanat geben. Für Rees heißt das: St. Irmgardis Rees würde mit St. Georg Haldern und St. Quirinus Millingen zu einer Einheit mit rund 15 200 Katholiken verschmelzen.
Ein Gedanke, an den sich Kirchenvorstände und Gläubige erst gewöhnen müssen. Zumal die über Jahrzehnte gewachsenen Gemeinden schon in der Vergangenheit Zusammenschlüsse hinnehmen mussten und das nun in rasantem Tempo weiterzugehen scheint. Die Gründe sind bekannt.
Im Stadtgebiet von Rees, so scheint es, gibt es derzeit noch keine Notwendigkeit eines weiteren Zusammenschlusses, gibt es doch zwei Priester. Aber es gibt auch die Vorgabe, den Struktur- und Stellenplan bis 2015 zu realisieren. Für Rees eine besondere Herausforderung, sind es doch starke Gemeinden die sich hier
zusammentun müssen.
Rees zählt 8209 Gläubige, Haldern (3521) und Milingen (3474) zusammen 6995
Gemeindemitglieder. Oder wird noch die Zweigleisigkeit möglich sein, solange es zwei Priester gibt? Also Fusion für Haldern / Millingen und Rees auf der anderen Seite? Was, wenn das nicht geht? Wird Dechant Wolf dann selbstverständlich leitender Pfarrer, weil er die meisten Schäflein betreut? Und: Was wird aus Szalecki, der gerade erst Fuß gefasst hat und in beiden Gemeinden sichtlich beliebt ist?
Genau diesen Fragen wird in der nächsten Zeit in den Kirchenvorständen und Seelsorgeräten beraten werden müssen, um Münster eigenständige Lösungen anbieten zu können.

 



Weihbischof Wilfried Theising und Generalvikar Norbert Kleyboldt während der Vorstellung
des neuen Struktur- und Stellenplan für Kleve am Dienstag in Kevelaer.


Pastorale Räume lösen kleine Pfarrgemeinde ab
Niederrhein, 02.02.2011, Benedikt Giesbers
Kreis Kleve.

Eine katholische Pfarrgemeinde pro Kommune - auf diese Formel lässt sich die Neustrukturierung im Bistum Münster bringen. Ausnahmen gibt es im Struktur- und Personalplan, der zurzeit in den Dekanaten vorgestellt wird, nur wenige.
Die Gemeinden werden zu so genannten „pastoralen Räumen“ mit bis zu 20*000 Christen zusammengelegt - mit einem einheitlichen Patronat und lediglich je einem gemeinsamen Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat. Zum Beispiel auch im Kreisdekanat Kleve: Hier werden bis 2015 aus 43 Gemeinden 19 pastorale Räume, allein den Städten Kleve, Goch und Kevelaer bleiben je zwei Pfarreien. Radikal gekürzt wird auch die Anzahl der Priester - von derzeit 567 im Bistum Münster auf 371 im Jahr 2020.
Es brauche daher den verstärkten Einsatz der Ehrenamtler, erklärte Weihbischof Wilfried Theising bei der Präsentation des Strukturplans im Kevelaerer Priesterhaus. Doch gerade unter den Laien regt sich Widerstand. Einige fürchten um den Identitätsverlust ihrer Gemeinde in den neuen Groß-Pfarreien. Die Verantwortlichen im Bistum möchten daher nun verstärkt den Dialog vor Ort suchen. Ab Herbst soll die Planung dann sukzessive umgesetzt werden.