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VON MARKUS BALSER - zuletzt aktualisiert: 09.08.2010

Emmerich (RP) Der Geistliche aus Haldern, der lange Jahre in Wesel und zuletzt in Rees wirkte, ist nach schwerer Krankheit am Freitag im Alter von 79 Jahren gestorben.

Seine Zeit als Gefängnispfarrer prägte ihn besonders.

 

Pastor KösterREES/HALDERN In Wesel hatte Pastor Norbert Köster über 20 Jahre an der Engelkirche im Ortsteil Fusternberg gewirkt, seit dem Jahr 2002 gehörte er in Rees zum Seelsorgeteam. Bis zum Schluss hatte er trotz seiner schweren Krankheit sein Gottvertrauen nicht verloren, wie Menschen berichten, die im nahe standen.

 

Vertrauen in Gott, Vertrauen in die Menschen – das gehörte auch zur Lebensmaxime des gebürtigen Halderners. 15 Jahre lang, bis 1975, betreute er in Haftanstalten Gefangene und ihre Familien.

Eine Aufgabe, die sein Leben in ganz besonderer Weise geprägt hat.

 

"Lieber von zehnmal neunmal zu Unrecht vertrauen, als einmal von zehnmal zu Unrecht misstrauen", erklärte Köster einmal der RP. Sein Vertrauen ging sogar so weit, dass er den Gottesdienst in der Haftanstalt ohne Wachpersonal feierte.

Eine Szene, die ihn dabei besonders berührte: Während einer Heiligen Messe kamen nach der Predigt einige Häftlinge nach vorne und legten ihm wortlos ihre Drogen auf den Altar. "Das hat gezeigt, dass die Arbeit doch etwas bewirkt hat, dass es nicht umsonst war", erzählte er.

Dass es auch Böses im Menschen gibt, musste der Seelsorger aber auch immer wieder während seiner Arbeit erfahren. Vor allem, als er sich in den 60er Jahren Jürgen Bartsch annehmen musste, der vier Kinder getötet hatte. Der Mörder hatte ausdrücklich darum gebeten, von Pfarrer Köster betreut zu werden. Doch vor Gericht verteidigte er sich damals mit den Worten: "Ich habe doch nach dem dritten Mord dem Kaplan gebeichtet, der hätte doch die Polizei rufen können." Für Köster empörend: "Geradezu teuflisch."


Der Kontakt zu Strafgefangenen blieb dennoch – vor allem während seiner Tätigkeit als Pfarrer in Wesel "Zu den Heiligen Engeln" – bestehen. Oft lebten acht ehemalige Häftlinge, die auf eine Arbeit und Unterkunft warteten, gemeinsam in der Wohnung des Pastors, der Sekretär der "Konferenz aller Gefängnispfarrer" war. In Münster leitete er zudem Ehe- und Familienseminare, die vom Justiz-Ministerium gefördert wurden. Sein besonderes Anliegen galt den Kranken und Kindern.
Anfang des Jahres feierte Norbert Köster sein Goldenes Priesterjubiläum zusammen mit seinem Amtskollegen und Freund Pastor Wolfgang Schulte-Berge. Der Festgottesdienst in der Reeser Himmelfahrtkirche ist vielen Gläubigen in guter Erinnerung geblieben.