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Die Reeser und den Rhein

 

wird er vermissen

3.Februar 2020

RajaKumar

Rees. Sein Orden hat den Pfarrer Raja Kumar Santiagu zurück nach Indien gerufen. Am Sonntag wurde er verabschiedet.

 

„Ich bin dankbar für die wunderbare Zeit, die ich in Rees verbringen durfte“, sagt Raja Kumar Santiagu. Am Sonntag feierte der 45-jährige katholische Pfarrer seinen Abschiedsgottesdienst in der Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt. Der Gesang aller Kirchenchöre und die guten Wünsche vieler Reeser Vereine und Verbände begleiten ihn, wenn er am 25. Februar in seine indische Heimat zurückkehrt. Insgesamt zehn Jahre war der Geistliche, der dem Orden des Franz von Sales angehört, in Deutschland. Siebeneinhalb Jahre davon wirkte er in Rees.

Den Rhein wird er vermissen, sagt Raja Kumar Santiagu. Ein bisschen auch die Zander-Fischgerichte, die er schätzen gelernt hat. Besonders werden ihm aber die Begegnungen mit den Reesern fehlen. „Ich war immer viel zu Fuß und mit dem Fahrrad unterwegs, damit mich die Menschen auch außerhalb der Kirche ansprechen konnten“, sagt der Pfarrer. „Auch auf den Friedhöfen ergaben sich wichtige Trauergespräche, wenn ich zum Beispiel durch Zufall eine alte Dame traf, die das Grab ihres Mannes pflegte.“ Rees habe er als eine „lockere Gemeinde“ kennengelernt, die Reeser als „freundliche und engagierte Menschen“. Dass er durch die Fusionen mehrerer Pfarrgemeinden am Ende für ganze sieben Orte zuständig war, empfindet er rückblickend durchaus als Bereicherung: „Ich habe viele neue Menschen kennengelernt.“

Raja Kumar Santiagu möchte vor allem in Bengaluru sein Projekt einer Tischler-Ausbildungswerkstatt vorantreiben. In Rees wurde unlängst der „LEBEN Trust Förderverein Reees“ (siehe Infokasten) gegründet, um die Ausbildung arbeitsloser Jugendlicher auch künftig vom Niederrhein aus unterstützen zu können. „Ich empfinde es als Geschenk, dass die Gemeinde den jungen Männern und Frauen in meiner Heimat helfen möchte“, sagt Raja Kumar Santiagu. Da sein Vater Tischler war, fasziniert ihn der Werkstoff Holz seit frühester Kindheit. So hatte er selbst den Wunsch, Tischler oder Ingenieur zu werden, doch im sechsten Schuljahr fasste er den Entschluss, Pfarrer zu werden. 2003 erfolgte die Priesterweihe.

Mindestens anderthalb Jahre wird Raja Kumar Santiagu in Indien bleiben. Eine Rückkehr nach Deutschland hält er für wahrscheinlich, obgleich der Orden ihn auch in ein anderes europäisches Land entsenden könnte. „Ich würde aber ungern eine weitere neue Sprache lernen“, gesteht der Pfarrer. „Eine Sprache ist wie Mathematik, und Deutsch war für mich sogar wie höhere Mathematik.“ Ein erneuter Einsatz in Rees ist ausgeschlossen: „Ich möchte auch andere Kirchengemeinden kennenlernen“, sagt Raja Kumar Santiagu, doch er hofft, dass ihn sein Orden und das Bistum wieder an den Niederrhein schicken werden: „Diese Region und ihre Menschen sind mir sehr ans Herz gewachsen.“

Michael Scholten

https://rp-online.de/nrw/staedte/emmerich/pfarrer-raja-kumar-in-rees-verabschiedet_aid-48702917

 

 

ABSCHIED

 

Rees: Überwältigender Abschied von

 

Pater Kumar

RajaKumar Abschied

https://www.nrz.de/staedte/emmerich-rees-isselburg/rees-ueberwaeltigender-abschied-von-pater-kumar-id228323999.html